Der Lauf:
Bei der Schussabgabe bekommt das Geschoss eine Drehbewegung um die Längsachse der Flugrichtung.  Dadurch bekommt das Geschoss eine stabile Flugbahn. Der so genannte Drall wird durch die spezielle  Konstruktion des Laufes erzeugt, durch spiralförmige Einschnitte (Züge) und Erhöhungen (Felder) die wie  ein “Schraubengewinde” mit sehr grosser Steigung im Lauf sind.  Die Drall-Länge entspricht der Länge auf der sich das Geschoss einmal dreht und ist vom Waffenhersteller,  Kaliber, Munitionsart u.s.w. abhängig.  Typische Merkmale für eine 9mm Para Pistole wären z.B. 6 Züge und eine Drall-Länge von 400mm.  Bei einer Lauflänge von 112mm macht das Geschoss im Lauf also nur ca. 1 /4 Drehung.  Trotzdem werden damit Rotationsgeschwindigkeiten von über 50U/sec erreicht. Die meisten Waffen besitzen Rechtsdrall, es gibt aber auch Linkdrall, die Tiefe der Züge zur Feldhöhe kann von ein paar  Hundertstel bis zu ein paar Zehntel  Millimeter reichen.
Anstelle von Zügen & Felder gibt es noch den Polygon Lauf.  Ein Vieleckprofil (Polygon) erzeugt hier den Drall. Polygon Läufe lassen sich besser reinigen und haben eine sehr hohe  Lebensdauer. Sind vor allem für reine Bleigeschosse ohne “Mantel” optimiert. Bei Nickel- oder  Tomback-Mantel (Kupfer)  ist die Dichtfähigkeit weniger gut.  Sportwaffen sind eher selten mit Polygon Lauf ausgerüstet.

Ballistik:
Geschoss & Flugbahn:
Das Geschoss wird durch den Gasdruck vom abbrennenden Pulver in der Patrone beschleunigt und durch den Lauf  getrieben. Die Geschwindigkeit am Laufende ist von der Patrone und dem Kaliber abhängig.  Eine Kleinkaliberpatrone .22LR wird sich im Bereich von 200 – 350m/s befinden.  Aus Langwaffen sind Geschwindigkeiten von über 1000m/s ohne weiteres möglich.  Auch aus Faustfeuerwaffen sind bei optimaler Lauflänge und Munitionsart Geschwindigkeiten um die 600m/s durchaus  erreichbar.  Die optimale Abstimmung von Lauflänge und Gasdruck in der Patrone ist erreicht, wenn das Geschoss beim  verlassen der Laufmündung immer noch leicht beschleunigt wird. Ist der Lauf zu kurz, dann ist das Geschoss aus dem  Lauf bevor der Maximale Gasdruck erreicht wird und der Rest der Energie verpufft aus dem Lauf.  Sobald das Geschoss aus dem Lauf ist, wird es durch den Luftwiderstand gebremst und durch die Erdanziehungskraft nach  unten gezogen. Das Geschoss ist also am Anfang leicht steigend, dann erfolgt eine kurze Strecke wo es fast gerade fliegt  um danach zu fallen. Der Flugbahnfaktor lässt sich berechnen, ist jedoch von sehr vielen Faktoren abhängig.  Zum Beispiel, die Geschossform, Lademenge der Patrone, Trommelspalt bei Revolver, Windrichtung, Luftfeuchtigkeit,  Luftdruck u.s.w.  Ein Wechsel der Munitionssorte kann spürbar werden, wenn von einer schwachen Ladung auf eine schnelle Patrone  gewechselt wird. Hier können aufgrund der höheren Geschwindigkeiten Differenzen von 10cm auf 50 Meter Schussdistanz   durchaus möglich sein.

Wer mehr über Flugbahnberechnungen wissen will kann auf folgendem Link ein wirklich gutes  Freeware Programm herunterladen.    http://www.schuetzenverein-eisenach.de/Ballistik2.htm

 

 

 

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